Bei einer früheren Untersuchung von AD Chemicals wurde bereits festgestellt, dass das Beizen ein wichtiger Faktor für die Verbesserung der Qualität der Vorbehandlung von Recycling-Aluminium ist. Darum wurden im Anschluss an die Untersuchung Tests mit Recycling-Aluminium durchgeführt, wobei ein Faktor des Behandlungsprozesses – das Beizen – geändert wurde. Auf diese Weise wurden verschiedene Werkstücke untersucht (siehe Tabelle 2), die den höchstzulässigen Gehalt an Kupfer aufwiesen. Darüber hinaus war Zink keinesfalls im Verhältnis 1:1 enthalten. Dies ist eine beim Strangpressen häufig verwendete Methode zum Ausgleich der Auswirkungen.

Tabelle 2: Proben der stranggepressten Legierung
Die Ergebnisse dieses Tests (nach 1008 Stunden AAST) sind der Übersicht in Abbildung 3 zu entnehmen. Daraus geht hervor, dass mit Cleaner 502, dem regulären Beizmittel von AD Chemicals, die Norm knapp überschritten wird. Die erste Optimierungsmaßnahme (Cleaner 602 min.) bringt bereits eine klare Verbesserung, und mit dem vollständig optimierten Produkt (Cleaner 602) wird ein perfektes Ergebnis erzielt.
Diese Verbesserung ist möglich, da AD Chemicals ein Additiv entwickelt hat, das dem Beizmittel zugesetzt werden kann und das die Abspülbarkeit des Substrats verbessert. Die Abspülbarkeit ist ein wichtiger Faktor, da u. a. die erhöhten Zink- und Kupferwerte infolge des intensiven Beizens (Seaside) dazu führen können, dass sich diese Elemente im Tauchbad auf dem Aluminium niederschlagen. Dies ist vergleichbar mit der Situation, dass Aluminium- und Zinkkomponenten derselben Vorbehandlung unterzogen würden.
Außerdem ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Konversionsschicht keinen Einfluss auf die Ergebnisse hat.

Abbildung 4: Testergebnisse mit optimiertem Beizmittel
Testverfahren (Filiform-)Korrosion
Seit einiger Zeit arbeitet Qualicoat gemäß Spezifikation § 2.19 mit einem angepassten Testverfahren, bei dem die Proben an den Schnittkanten eine Minute lang mit Salzsäure betropft und anschließend 1 000 Stunden lang in einem Klimaschrank mit einer Temperatur von 40 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 82 % verwahrt werden. Die Durchführung dieses Tests kann jedoch in der Praxis unterschiedlich sein, je nachdem, wie viele Tropfen verwendet und wie und mit welchem Material die Kanten abgetupft werden. Bei einer Untersuchung bei verschiedenen internen und externen Laboren wurde festgestellt, dass mit denselben Probestücken nicht immer dieselben Ergebnisse erzielt werden. So kann es vorkommen, dass zwei von drei Proben den Test zu 100 % bestehen und die dritte verworfen werden muss, obwohl alle drei identisch behandelt wurden. Das beweist nicht, dass die Methode ungeeignet wäre, sondern dass sie empfindlicher ist als der früher angewendete Sprühnebeltest nach ISO 4623.
Ein weiterer unbedingt zu beachtender Aspekt ist, dass Pulverbeschichtungen permeabel sind. Die Salzsäure kann auf die Beschichtung einwirken. Wenn ein Tropfen Salzsäure auf die Beschichtung fällt, entstehen an dieser Stelle filiforme Effekte. Wenn während des Tropfens in den angebrachten Kratzer Kontakt mit der Beschichtung entsteht, kann sich dies auf die Testergebnisse auswirken.
Das Vorstehende verdeutlicht, dass verschiedene Aspekte der Kette wichtig sind, um ein qualitativ hochwertiges Endergebnis zu erzielen. So können bestimmte Entwicklungen sowohl in der Entwurfsphase als auch während der Beschichtung, der Konstruktion und der Tests Folgen für das Endprodukt haben. AD Chemicals und Compri Coating Services stehen gerne zur Verfügung, um diese Entwicklungen mit verschiedenen Marktakteuren wie Strangpress-Unternehmen, Laboren und Herstellern von Lacken und Versiegelungen zu besprechen. Denn sie sind überzeugt, dass eine gute Zusammenarbeit in der Produktionskette dazu führt, dass alle Akteure für die aktuellen und künftigen Veränderungen gerüstet sind.
Innovation: PreCoat F31/20 (D)
Außer durch Optimierung des Beizverfahrens kann den Marktentwicklungen auch auf andere Weise Rechnung getragen werden. So ermöglicht es PreCoat F31/20(D) von AD Chemicals, auch ohne Beizen eine ausgezeichnete Korrosionsschutzwirkung zu erzielen. Das auf führender Luft- und Raumfahrttechnologie basierende Produkt zeichnet sich durch die einzigartige Eigenschaft aus, dass in nur einem Verfahrensschritt eine vollständige chemische Vorbehandlung realisiert werden kann. PreCoat F31/20(D) ersetzt eine komplette Vorbehandlungsreihe durch einen einfachen Prozess ohne beheizte Tauchbäder und starke Chemikalien. Maßgebend dabei ist die Sauberkeit des Aluminium-Werkstücks. In manchen Fällen ist nur noch eine Entfettung notwendig, während das Beizmittel entfallen kann. Dies würde den CO2-Fußabdruck bei manchen Anwendern wesentlich verbessern. Die erzielten Testergebnisse (siehe Abbildung 5) sprechen für sich. Sogar die Anforderungen des CASS-Tests, einer anspruchsvollen Korrosionsprüfung aus der Automobilindustrie, werden erfüllt. Diese Technik wird inzwischen unter anderem in der Lkw-, Auflieger- und Landmaschinenindustrie in großem Umfang angewendet.
Jedoch ist das Beizen nach dem Qualicoat-Standard erforderlich. Darum ist dieses Produkt für Qualicoat-Anwender derzeit noch keine Option. AD Chemicals würde diese Entwicklungen jedoch gern mit Qualicoat erörtern, denn, wie Roland van Meer von AD Chemicals es formuliert: „Innovation ist nur möglich, wenn herkömmliche Denkmuster durchbrochen werden“.

Abbildung 5: Testergebnisse PreCoat F31/20 (D)